Silberner Weidling

Das nationale Wettfahren des Limmat-Clubs Zürich schlechthin. Der Wanderpreis "Silberner Weidling" 1938 in Zürich gestiftet und vom LCZ an der Limmat gehalten bis zum schmachvollen Verlieren desselben an diverse andere Schweizer Wasserfahrvereine im Jahr 1953.

Siebzig lange Jahre sollten ins Land ziehen bis es dem Limmat-Club Zürich im letzten Augenblick gelang, das Objekt der Begierde nach Zürich zurückzuholen.

Letzter Augenblick? Der Sachverhalt war folgender:

Die begehrte Trophäe kann zum ersten Mal seit 1949 wieder in Zürich bleiben. In der Zwischenzeit sieht der Pokal auch noch anders aus, da der WFV Muttenz den ersten, originalen Pokal von 1938, nach 3-maligem Gewinnen (nach damaligem Reglement) bei sich behalten durfte. Spannend war natürlich der Umstand, dass die Muttenzer Wasserfahrer bereits wieder 4 mal auf dem Nachfolgerpokal eingraviert sind (nach neuem Reglement seit 1989: Gewinner des Pokals wird der Verein, welcher sich fünfmal darauf eintragen kann). Rechne!

Und jetzt ist dieser zweite Pokal doch sage und schreibe zum ersten Mal in Zürich (mindestens bis zur nächsten Austragung). Wenn das keine gute Geschichte ist!

Der Austragungsort war 2023 mitten in der Altstadt. Die «Limmat-Arena» hat sich dabei sehr bewährt. Sieht man doch von allen vier Seiten ideal auf das Wettkampfgeschehen. Auch die Anfeuerungs-Rufe hallen laut an den Häuserzeilen zurück. Der Aufwand für den Festwirt war dann mit drei Standorten doch enorm. Attraktiv für die Athleten war die Wettkampfstrecke allemal. Und auch die Werbung für unseren Sport ideal. Die Präsenz mitten in der Stadt ist für unseren Sport auch ein grossartiges Schaufenster.

Dass der Silberne Weidling überhaupt stattfinden kann, dazu braucht es viel Enthusiasmus und Engagement. Ohne Fronarbeit ist solch ein Event nicht zu stemmen.

Der nächste „Silberne Weidling 2027“ ist bereits wieder aufgegleist, wird aber wegen dem Neubau der Rathausbrücke, wiederum in Wipkingen stattfinden müssen.

Die wahre Ursprungsgeschichte

Wie war das damals schon wieder genau?
Im Sommer 1936 wurde von privater Seite eine Weekend-, Sport- und Modeausstellung ins Leben gerufen, die in Zukunft alljährlich stattfinden sollte und die als Hauptattraktion ein grosses Wassersportmeeting im Seebecken beim Alpenquai (heute General-Guisan-Quai) vorsah. Einer der Hauptinitianten dieser für Zürich neuen Institution war der bekannte Ballonflieger Dr. Tilgenkamp. Namhafte Firmen waren Teil dieser Ausstellung, die in der Tonhalle stattfand. Am ersten Wassersportmeeting 1936 beteiligte sich der Limmat-Club mit nautischen Spielen und einer Paradefahrt der Langschiffe. Diese Ausstellung stand jedoch unter keinem guten Stern, denn schon die erste Veranstaltung brachte ein grosses Defizit. Um das Weiterbestehen dieser neuen Institution zu ermöglichen, wurde sie in eine Genossenschaft umgewandelt, an der sich auch der LCZ mit zwei Anteilscheinen à Fr. 50.– beteiligte. Die dritte Ausstellung und ein Wassermeeting fanden im Sommer 1938 statt. Für die Wasserfahrer, die allein durch den Limmat-Club vertreten waren, wurde ein Preis gestiftet: Silberner Weidling vom Zürichsee (Dieser Wanderpreis war bis ins Jahr 1986 auch so beschriftet). Hauptaufgabe des LCZ war diesmal, nebst nauti­schen Spielen, ein in Serien à vier Weid­lingen auszutragender Ruderwettkampf auf einer Strecke von 800 Metern. Erster Gewinner dieses Rennwettkampfes war die Sektion Hübscher/Fröhlich. Es war aber auch dieser Veranstaltung in finanzieller Hinsicht kein Glück beschieden. Die Genossenschaft musste bald darauf den Konkurs anmelden und wurde später liquidiert. Es gelang wenigstens, die von den Firmen gestifteten Wanderpreise, der Silberne Weidling, das Silberne Ruder und der Silberne Propeller aus der Konkursmasse zu lösen und sie den Vereinen zu erhalten. Der Silberne Weidling wurde von der Firma Epa gestiftet. Diese Trophäe wurde später, mit Einverständnis des Donators als Wanderpreis für weitere Wettfahren gleichen Namens innerhalb unseres Verbandes SWV weitergegeben. (Aus der Chronik 150 Jahre Limmat-Club Zürich)

Nach 70 Jahren wieder in Zürich